Ratgeber Blasenkrebs

Informationen für Betroffene und Angehörige

Was ist Blasenkrebs?

Unter dem Begriff Blasenkrebs versteht man einen bösartigen Tumor der Blase, der medizinisch auch als Harnblasen- oder Blasenkarzinom bezeichnet wird. Der Blasenkrebs kann von verschiedenen Geweben der Blase ausgehen. Am häufigsten wird ein sogenanntes Urothelkarzinom diagnostiziert.

Die Blase

Die Blase ist ein Organ, welches der Speicherung von Harn dient. Von der Niere, die den Harn produziert, gelangt dieser über die Harnleiter in die Blase. Dort wird er dann zeitweilig gespeichert und beim Gang zur Toilette schließlich über die Harnröhre ausgeschieden. Die Blase wird von zwei Muskeln verschlossen, dem inneren und dem äußeren Schließmuskel. Der innere Schließmuskel wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert und kann damit nicht willentlich kontrolliert werden. Anders verhält es sich mit dem äußeren Schließmuskel. Über diesen kann willentliche Kontrolle erlangt werden, so dass die Blase nur dann entleert wird, wenn es auch erwünscht ist.

Die Blase befindet sich in der Beckenhöhle auf Höhe des oberen Schamhaardreiecks. Da sie ein dehnbares Organ ist, variiert ihre Größe je nach Füllungsstand. Sie ist aus drei Gewebeschichten zusammengesetzt. Innen befindet sich eine Schicht aus Schleimhaut, das sogenannte Urothel. Es schützt die tiefer liegenden Schichten vor dem Urin. Unter dem Urothel liegt die Muskelschicht, der nach außen eine weitere Schicht folgt, die Nerven, Lymph- und Blutgefäße enthält. In der Nachbarschaft zur Blase befinden sich beim Mann die Samenbläschen, die Samenleiter und die Prostata. Bei der Frau sind es die Gebärmutter und der obere Teil der Scheide. Das maximale Fassungsvermögen der Blase beträgt etwa einen Liter, ab einem Füllungsstand von 500 ml tritt allerdings bereits ein starker Harndrang auf. Der Harn tritt über den Blasenhals aus, wo auch die Harnröhre entspringt. Sie mündet bei Frauen im Scheidenvorhof und ist mit 3 bis 5 cm Länge relativ kurz, während sie beim Mann auf etwa 25 cm Länge die Prostata und den Penis durchzieht und an der Eichel endet.

Häufigkeit von Blasenkrebs

Der Blasenkrebs ist eine Erkrankung, die Männer deutlich häufiger trifft als Frauen, nämlich in etwa zweieinhalb Mal so oft. Insgesamt liegt die Zahl der Neuerkrankungen von Blasenkrebs in Deutschland bei etwa 28.700 Fällen pro Jahr. Dabei ist der Blasenkrebs fast ausschließlich eine Erkrankung des höheren Alters. Das mittlere Erkrankungsalter bei Männern beträgt 72 Jahre und bei Frauen 74 Jahre. Vor Erreichen des 65. Lebensjahres ist eine Diagnostizierung von Blasenkrebs selten. In mittleren und jungen Erwachsenenalter kommt Blasenkrebs praktisch nicht vor.

Lydia Köper

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Blasenkrebs-News von Curado.de

  • Organerhaltende Behandlung von fortgeschrittenem Blasenkrebs
    Bei der Behandlung von Blasenkrebs im fortgeschrittenen Stadium verbessert die Kombination von Strahlenbehandlung und gleichzeitiger Chemotherapie die Prognose der Patienten deutlich, wie eine aktuelle Studie aus Großbritannien zeigt. „Die Radiochemotherapie bietet für viele Patienten eine schonende Alternative zu einer Radikaloperation, und eine Entfernung der Blase kann dadurch meistens vermieden werden“, betont Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO).
  • Der tägliche Begleiter – die Stomaversorgung
    Ein künstlicher Ausgang besitzt keinen Muskel wie z. B. den Schließmuskel des Afters, mit dessen Hilfe Stuhl oder Urin willkürlich abgegeben werden kann. Stuhl bzw. Urin fließt weitgehend unkontrolliert aus dem Stoma heraus. Also benötigen Stomaträger zum einen ein Behältnis, in dem die Körperausscheidung möglichst flüssigkeits- und geruchsdicht aufgefangen und einige Zeit aufbewahrt werden kann.
  • Blasenkrebs: Metastasen voraussagen
    Die Bestimmung der Ausprägung von 20 Genen kann dazu beitragen vorhersagen, ob bei Blasenkarzinomen Metastasen in den Lymphknoten auftreten. Dies zeigten Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit amerikanischen und kanadischen Kollegen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht. Prof. Dan Theodorescu aus Colorado und seine Arbeitsgruppe konnten eine Gensignatur (charakteristische genetische Eigenschaften) identifizieren, die in zwei Studien die Metastasierung des Blasenkarzinoms vorhersagen konnte.
  • Für Betroffene und Interessierte
    Bin ich besonders gefährdet? Was sind die Risikofaktoren für Blasenkrebs? Wie wird dieser Tumor heute diagnostiziert und behandelt? Urologen stehen in Hamburg Rede und Antwort. Auf einem öffentlichen Patientenforum im Rahmen des 63. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) am 15. September 2011, 19.00 bis 21.00 Uhr, im Congress Center Hamburg informieren namhafte Experten der medizinischen Fachgesellschaft Patienten und Interessierte über aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten des Blasenkarzinoms.